Sommerliebe Leinen

Leinen ist unser ganz großer Favorit, wenn es um Textilien für das Zuhause geht. Ob als Bettwäsche, Plaid oder Kissen, der wunderschöne natürliche Knitterlook von Leinen verbreitet immer ein ganz besonderes Flair. Und nicht nur das - die hohe Qualität und die überzeugenden Produkteigenschaften von Leinenstoffen sind unübertroffen - vor allem im Sommer.
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Leinen - eine Leidenschaft

Wir tragen Leinenblusen und Leinenkleider, haben Tischwäsche und Küchentücher aus Leinen und wir schlafen in Leinenbettwäsche - schon unsere Großmütter haben das getan. 'Leinen knittert edel' haben wir schon als Kind gehört und das Leinen ein besonders hochwertiger Stoff ist, das wurde uns beigebracht. Vielleicht wissen wir noch, dass Leinen aus der Flachsfaser gewonnen wird und aber dann hört bei vielen das Wissen über Leinen auf. Dabei gibt es so viel Wissenswertes über dieses wunderbare Material.

Leinen - Naturfasern mit großer Geschichte

Leinen oder Flachs ist die Bezeichnung für die Pflanzenfaser, die aus der gemeinen Leinpflanze gewonnen wird als auch für das aus dieser Faser gefertigte Gewebe - Leintuch, Leinwand oder auch Linnen. Und was wenige wissen - Leinen und Leinengewebe haben eine Jahrtausende alte Geschichte.  Erst vor wenigen Jahren wurden in einer Höhle in Georgien Reste von Flachsfasern geborgen, die auf das Anfertigen von Kleidung aus Flachsfasern hindeuten. Diese Reste sind über 30.000 Jahre alt.  Die älteste Flachsverarbeitung Mitteleuropas ist 28.000 Jahre alt und in einer mährischen Mammutjägerstation nachweisbar. Ägyptische Mumien wurden in Leinenstreifen gehüllt und Leinen war neben Wolle von der griechischen und römischen Antike und bis zum europäischen Mittelalter das Material aus dem Kleidung hergestellt wurde. Im Mittelalter wurden dabei zuerst wildwachsende Flachs- oder Leinpflanzen versponnen, später wurde Flachs dann gezielt angebaut. Schon im 13. Jahrhundert war der Umfang des Flachsanbaus in Europa bedeutend und die Textilproduktion ist einer der ältesten Industriezweige. Die Leinenwebereit hatte bereits im Mittelalter eine Hochzeit. Während die Wollweberei (Tuchmacherei) eher im städtischen Raum angesiedelt war, hat sich die Leinenweberei im ländlichen Raum etabliert. In kleinen Heimwebereien wurde sie über Generationen von Tagelöhnern und Bauern ausgeübt. Über Jahrhunderte hielt sich dieses Handwerk stabil. Erst Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde Leinen als Naturfaser durch die deutlich günstigere Alternative Baumwolle fast vollständig verdrängt. Seit einiger Zeit ist Leinen wieder auf dem Vormarsch, was uns sehr freut - aber nicht nur für Bekleidung, sondern auch im Bereich der Heimtextilien. 

Die Leinenproduktion - aufwändig und nachhaltig

Leinenfasern zählen zu den Bastfasern und werden aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Bei der Ernte wird die Leinpflanze nicht gemäht, sondern samt Wurzel aus dem Boden gerissen, damit die Faser nicht zerstört wird. Danach wird das Stroh auf dem Boden parallel geschichtet und getrocknet. Nach der Trocknung dringen durch die bei der Trocknung entstandenen Risse Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien in die Pflanze ein und lösen die Faser von dem sie umgebenden Gewebe. Diesen Prozess nennt man Röste oder Rotte. Auf rund 75% der Anbauflächen weltweit wird ein Verfahren eingesetzt, dass sich Tauröste nennt. Dieses Verfahren nutzt die natürlich vorkommende Feuchtigkeit des Taus und gilt als ökologisch nachhaltig, denn es ist umweltfreundlich und ein Teil der Nährstoffe gelangt während des Verfahrens direkt wieder in den Boden zurück. Chemische Verfahren können nicht angewendet werden, denn sie schädigen die Faser.
Nach der Röste wird das Stroh wieder getrocknet und anschließend in die Schwingerei gebracht. Dort wird zuerst das Holz gebrochen, dann werden durch das sogenannte Schwingen die Flachsfasern vom Holz befreit und anschließend in mehreren Schritten weiter gereinigt. Die Flachsfaser verlässt die Schwingerei als Langfaser, meist zu Zöpfen geflochten. Die als Nebenprodukt anfallende Kurzfaser wird hauptsächlich zu technischen Zwecken verwendet.

Aber auch mit den langen Flachsfasern kann noch kein Tuch gewebt werden. Zuerst muss aus den Fasern ein Faden gesponnen werden. Und dann - nach dem Spinnen der Fäden beginnt der eigentliche Prozess der Leinenweberei. Meist werden die Leinenfäden in der klassischen Leinwandbindung gewebt - ein Gewebe, das sich durch die engste Verkreuzung von Kett- und Schußfäden auszeichnet. Aber auch andere Webarten wie Jacquard (Muster - z.B. Blumen) oder Köper (Fischgrät Köper, Kettköper - Denim oder Diamant Köper) sind sehr beliebt.

Leinen - ein Stoff mit vielen Vorteilen

Kaum ein Material bietet so viele Vorteile wie Leinen.

Leinen ist 100% Natur

Nicht nur, dass die Faser selbst zu 100% aus Naturmaterial/Flachs besteht, auch der Herstellungsprozess kommt weitestgehend ohne Chemikalien aus, da Chemikalien die Faser schädigen.

Der Anbau von Leinen ist nachhaltig und umweltfreundlich

Die Flachspflanze ist recht unempfindlich und braucht keine zusätzliche Bewässerung und keinen Nitratdünger. Der Verzicht auf den Einsatz von Chemikalien bei der Flachsgewinnung und die geringen Abfallstoffe, die im Herstellungsprozess anfallen, machen den Flachsanbau so umweltfreundlich. Darüber hinaus gibt die Flachspflanze im bei der Rotte/Röste einen Teil der Nährstoffe wieder an den Boden zurück und trägt so zur Verbesserung der Bodenqualität bei. Der Anbau von Leinen ist dadurch sehr nachhaltig und umweltfreundlich.
Leider ist der Flachsanbau auch äußerst aufwändig und dadurch sehr teuer und wurde seit dem 19 Jahrhundert immer weiter eingeschränkt. So kann Flachs kann im Unterschied zu Baumwolle nur 6-7 Jahre auf dem gleichen Boden angebaut werden. Trotzdem ist die Nachfrage nach Leinen und somit Flachs in den letzten Jahren wieder angestiegen und Flachsanbau und die Herstellung von Leinenstoffen erlebt ein kleines Revival.

Leinenstoffe sind besonders haltbar und strapazierfähig.

Die Leinenfaser ist sehr reißfest und unelastisch. Dadurch wird das Material langlebig und strapazierfähig.

Leinenstoffe sind flusenfrei

Die Leinenfaser ist glatt und das Gewebe sehr dicht - dadurch sind Leinenstoffe in der Regel flusenfrei.

Leinenstoffe sind wenig anfällig für Schmutz

Die Faser von Leinen ist von Natur aus glatt und schmutzabweisend - das dichte Gewebe unterstützt diesen Effekt noch.

Leinen wirkt antibakteriell

Und nicht nur das - es wirkt auch antistatisch und antiallergen. Man sagt Leinenstoffen sogar eine positive Wirkung bei der Heilung von Hautkrankheiten nach.

Leinen wirkt wärmeregulierend

Leinen kann bis zu 35 % Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese auch schnell wieder abgeben. Gerade im Sommer ist diese Eigenschaft von Leinen sehr angenehm, weil sich Leinen dadurch auf der Haut kühl anfühlt. Bei geringer Luftfeuchtigkeit im Winter wirkt Leinen wärmend.

Leinen muss nicht gestärkt werden

Die von Natur aus starke Leinenfaser muss nicht wie Baumwolle gestärkt werden. Das macht dieses Material in vielen Einsatzbereichen sehr beliebt.

Und vor allem: Leinen ist schön

Leinenstoffe haben eine wunderschöne Struktur - dicht, glatt und trotzdem oft mit kleinen Unregelmäßigkeiten wirken sie natürlicher und auch dekorativer als andere Stoffe. Leinen hat einen natürlichen leichten Glanz, der es immer edel aussehen lässt. Und Leinen knittert auf eine wunderschöne Art. Vor allem gewaschenes Leinen hat es uns angetan. Das sind Stoffe, die nach Weben und Färben bei hohen Temperaturen gewaschen werden. Diese Stoffe knittern ganz natürlich und verbreiten immer eine sinnliche und entspannte Atmosphäre.

Die Pflege von Leinenstoffen

Wir empfehlen Leinenstoffe in der Waschmaschine zu waschen. Im Schongang wäre dabei ideal. Leinen ist robust und ist unempfindlich gegen hohe Temperaturen beim Waschen, Waschmittel oder die chemische Reinigung. Einzig die Scheuerfestigkeit von Leinen ist geringer als die von Baumwolle. Man sollte daher die Stoffe möglichst nicht reiben oder scheuern. Deshalb wird auch der Schonwaschgang empfohlen. 
Auch mag die Faser keine trockene Hitze. Leinenstoffe sollten deshalb nur feucht gebügelt werden und auch mit dem Wäschetrockner ist eher vorsichtig umzugehen.